Jennersdorf, 6. 3. 2026
Haider-Wallner und Krautwaschl bei Projektbesuch im steirisch-burgenländischen Grenzgebiet
Auf Einladung der „Initiative Flussraum Raab“ besuchten heute Freitag die Grünen-Landesprecherinnen Anja Haider-Wallner (Burgenland) und Sandra Krautwaschl (Steiermark) ein grenzüberschreitendes Renaturierungsprojekt entlang der Raab von Jennersdorf bis Fehring.

Die Mitglieder der Initiative Flussraum Raab sind eine Gruppe von Menschen verschiedenen Alters, Berufen und einschlägigen fachlichen Hintergründen. Aber alle haben das gemeinsame Ziel, die Natur im Raabtal für die nächsten Generationen möglichst gut zu erhalten, bzw. zu fördern.
Zwei Jahre nach dem EU-Beschluss wird Umsetzung sichtbar
Das EU-Renaturierungsgesetz wäre im Ministerrat der EU ohne die Zustimmung der damaligen Umweltministerin Leonore Gewessler nicht zustande gekommen. Rund zwei Jahre später wird nun sichtbar, was diese Entscheidung konkret vor Ort bedeutet.
„Vor zwei Jahren wurden rund um das Renaturierungsgesetz viele Falschmeldungen verbreitet. Heute sehen wir, worum es tatsächlich geht: um intakte Flussräume, gesunde Böden und mehr Sicherheit bei Hochwasser“, betont Krautwaschl. „Dass dieses Gesetz beschlossen wurde, war keine Selbstverständlichkeit. Es war eine mutige Entscheidung – und sie war richtig.“
Haider-Wallner ergänzt: „In Zeiten von Dürreperioden und Hitzesommern zeigt sich, wie wichtig mutige Entscheidungen sind. Das Ja von Leonore Gewessler war die Voraussetzung dafür, dass wir heute solche Projekte umsetzen können. Renaturieren ist kein Luxus, sondern Notwendigkeit.“
Natürlicher Hochwasserschutz
Im Mittelpunkt des Projekts stehen die Wiederherstellung natürlicher Flussverläufe, Uferbepflanzungen sowie die Verbindung bestehender Schutzgebiete durch ökologische Korridore. Intakte Böden können Wasser aufnehmen und speichern – ein entscheidender Faktor bei Starkregenereignissen.
Das Absinken der Grundwasserspiegel kann an den Brunnen, die zum Teil schon versiegt sind, abgelesen werden. Hier soll durch verschiedene Maßnahmen Abhilfe geschaffen werden, z. B. durch Rückhaltemaßnahmen von Niederschlägen. Die Rückhaltung soll nicht nur mit den riesigen Staudämmen erfolgen, sondern zusätzlich auch weiter oben in den Bächen, wodurch man das rasche Abfließen des Regenwassers verzögern kann. Ein Beitrag zur Stabilisierung und Wiederherstellung eines normalen Grundwasserspiegels. Hier können die Bedingungen für Hochwasserschutz, Landwirtschaft und Wasserversorgung gemeinsam gefördert und verbessert werden.
„Renaturierte Flüsse bieten dem Wasser mehr Platz bei Starkregenereignissen und die naturnahen Flächen können wie ein Schwamm wirken. Sie entlasten Siedlungsräume und reduzieren Hochwasserrisiken. Das ist praktische Klimaanpassung direkt vor unserer Haustür“, erklärt Krautwaschl. Gleichzeitig entstehen entlang der Flüsse wichtige kühle Erholungsräume für die Bevölkerung – gerade in zunehmend heißen Sommern ein spürbarer Gewinn an Lebensqualität.
Maßnahmen zum Schutz der Insekten
Ein anderes Beispiel ist die massive Abnahme der für eine funktionierende Natur nötigen Insektenwelt. Früher konnte man auf der Windschutzscheiben der Autos die Vielfalt und Vielzahl der Insekten ablesen – davon ist leider sehr wenig übriggeblieben. Für die Natur spielen Insekten eine bedeutende Rolle, z.B. für die Bestäubung der Pflanzen, von denen wir uns täglich ernähren, oder als Nahrung für andere Tiere. Geht ein Teil des natürlichen Zusammenspieles verloren, leidet das gesamte System und letztlich wir Menschen darunter. Deshalb braucht es Maßnahmen zum Schutz der Insekten, wie die Pflege einer naturnahen Landschaft und die Förderung der Biolandwirtschaft.
Die „Initiative Flussraum Raab“ wünschen sich dieses und weitere Ziele in verschiedenen Projekten zu verwirklichen und damit zu einem gesunden Leben in einer intakten Natur beitragen, nicht nur für Mitglieder, sondern auch für zukünftige Generationen.

